«Der Park vor der Flumserei wird zu einem neuen Begegnungsort, der zum Verweilen einlädt.»

Im Gespräch mit den Architekten Alexander Sperlich & Jacqueline Kulhanek

Das Neubauprojekt der Architekten Moos Giuliani Herrmann überzeugt auch im Umgang mit den Aussenräumen. Die Architekten erklären, weshalb.

 

In der Flumserei entstehen in den nächsten Jahren rund 80 neue Wohnungen. Was ist wichtig, damit sich die Bewohner auch rund um das Gebäude wohlfühlen?

Sperlich: Um den Bewohnern der Flumserei eine angenehme Umgebung zu schaffen, haben wir im Rahmen des Studienauftrages die Idee des Fabrikparks und den privateren Spielhof mit der Bergwiese entwickelt.

Was sind die wichtigsten Eingriffe und Massnahmen, damit rund um die ehemalige Spinnerei Lebensraum entstehen kann?

Kulhanek: Die bestehende Parkierung auf dem Vorplatz wird in die neue, unterirdische Einstellhalle verlagert. An dieser Stelle entsteht ein halböffentlicher, autofreier Park, der die Flumserei mit dem Dorfzentrum von Flums verbindet. Auf der Südseite, also hinter dem Gebäude, werden verschiedene Nebengebäude abgebrochen, um dem Hauptbau den nötigen Abstand zur Felswand wieder zuückzugeben und um einen Spielhof für die Bewohner zu schaffen. Von dort aus ermöglicht eine neue Treppe sowie eine Brücke vom Hauptbau den Zugang zur Bergwiese, welche zum Grillieren, Spielen und Verweilen im Grünen einlädt.

 

Wie soll der neu geschaffene Raum im Innenhof genutzt werden?

Kulhanek: Der Spielhof dient als Aufenthalts- und Spielfläche für Bewohner, abgewendet von der Bergstrasse und dem öffentlicheren Fabrikpark. Wasserbecken, Spielgeräte, die farbig bewachsene Felswand und eine Pergola laden Alt und Jung zum Verweilen ein. Die Parkierung der Fahrräder ist ebenfalls am Spielhof angeordnet.

Wenn man jetzt vom Dorf in Richtung Flumserberg fährt, wird man bei der Flumserei von einem Parkplatz empfangen. Wie soll das Areal auf der Nordseite neu gestaltet werden?

Sperlich: Der Vorplatz der Flumserei wird auf verschiedenen Ebenen mit Bäumen neu gestaltet, welche als Filter für Einsicht dienen. Die Parkierung wird grösstenteils unterirdisch erfolgen. Der Park wird dann autofrei, er soll zum Verweilen einladen, für Veranstaltungen im Freien genutzt werden und die Ankunft in der Flumserei attraktiver machen.

Wie stellen Sie sich einen sommerlichen Samstagnachmittag rund um die Flumserei im Jahre 2020 vor?

Kulhanek: Auf dem Fabrikpark findet gerade ein kleiner Flohmarkt statt, Bewohner und Besucher flanieren unter den Bäumen von Stand zu Stand. Auf der Südseite – dem Spielhof – parkiert gerade eine Familie die Fahrräder im Velounterstand und die Kleinen beginnen mit den Nachbarskindern am Brunnen zu plantschen. Das ältere Paar, welches gerade über die Brücke vom Hauptbau zur Bergwiese geht, winkt ihnen zu und freut sich auf eine gemütliche Grillade mit weiteren Bewohnern der Flumserei an einer der gemütlichen, sonnigen Grillstellen auf der Bergwiese.

 

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Architekt: Alexander Sperlich

 

Am 20. Mai 1987 in Zittau (D) geboren
Seit 2011 bei moos giuliani herrmann architekten

Funktion
Projektleitung, Planung und Bauleitung, Wettbewerbe

Ausbildung
Abitur am Richard v. Schlieben Gymnasium, Zittau (D)
Architekturstudium an der Hochschule, Zittau/Görlitz – University of Applied Sciences (D)
Praktikum bei moos. giuliani. herrmann. architekten.

Passion
Reisen, Sport

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Architektin: Jacqueline Kulhanek

 

Am 27. August 1987 in Schaffhausen geboren
Seit 2012 bei moos giuliani herrmann architekten

Funktion
Projektleitung, Planung, Wettbewerbe

Ausbildung
Hochbauzeichnerlehre bei Ochnser und Partner Architekturbüro AG, Neuhausen
Mitarbeit bei P. Bührer GmbH, Neuhausen
Berufsbegleitendes Architekturstudium an der Hochschule für Technik, Zürich

Passion
Brass Band, Velofahren, Tauchen

moos. giuliani. herrmann. architekten.

Im Lot 8, 8610 Uster
Telefon +41 44 905 29 29
Fax +41 44 905 29 28

 architekten@mgh.ch |  www.mgh.ch

Weitere Standorte
Diessenhofen, Andelfingen und Schaffhausen

Gründung
1995

Partner
Roger Moos
Roman Giuliani
Christian Herrmann

Architekturwettbewerb

Die Innobas AG, Eigentümerin und Betreiberin der Flumserei, plant, die restlichen knapp 20‘000 m2 im Hauptbau umzunutzen: In den Spinnereisälen aus dem Jahre 1866 soll einzigartiger Wohnraum entstehen.
In einem zweistufiger Architektur-Wettbewerb im Einladungsverfahren wurden Nutzungsstudien und -ideen sowie Ansätze für marktgerechte, kleinere und damit ökonomisch interessante Etappierungsmodule für den Hauptbau eruiert. Ebenso wurden Erschliessungs-, Gestaltungs- und Parkierungskonzepte für das gesamte Areal gesucht. Aktuell wird das Siegerprojekt des Architekturbüros Moos Giuliani Herrmann weiter vertieft und ausgearbeitet. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag im Gespräch mit den Architekten Roger Moos und Roman Giuliani oder auf der Seite Bauprojekt.